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Helmstedt, 29.09.2006

Fall eines Giganten -  Schornstein im Kraftwerk Offleben gesprengt


Seit 2002 steht das Kraftwerk Offleben still. Nun räumt die BKB Aktiengesellschaft den ehemaligen Kraftwerksstandort Offleben vollständig. Nach dem Rückbau von Kühltürmen und Absorbern sprengte eine von BKB beauftragte Spezialfirma am Freitag, 29. September, den 207 Meter hohen Schornstein der Anlage.

 

„Gemeinsam mit der Gemeinde Büddenstedt wollen wir den Kraftwerksstandort Offleben einer neuen Nutzung zuführen“, blickt BKB-Kraftwerksleiter Helmut Wensing in die nahe Zu-kunft. „Das Unternehmen trägt so für die Wiederherstellung des Geländes Sorge.“ Im Südfeld des ehemaligen Kraftwerksgeländes hat eine Tochter der Jadestahl, die Schöninger Dienstleistungs- und Recycling GmbH vor, sich auf dem Gelände nieder-zulassen. Hier sollen demnächst Schrottverwertung und Autorecycling stattfinden.

 

Ein Highlight des Rückbaus war die Sprengung des 207 Meter in die Höhe ragenden Giganten, die von BKB-Mitarbeitern und den angrenzenden Gemeinden mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgt wurde.  Mit einer Sprengladung von insgesamt 110 Kilogramm auf 280 Bohrlöcher verteilt wurde der alternde Gigant aus seinen Grundfesten gehoben. Dies geschah durch eine sogenannte Fallrichtungssprengung.

 

Der Bürgermeister der angrenzenden Gemeinde Büddenstedt, Frank Neddermeier, begrüßt den Rückbau des ehemaligen Kraftwerks, da so auf einem Areal von circa 27 Hektar Platz für industrielle Ansiedlungen frei gemacht wird. Büddenstedt ist die Gemeinde mit der größten zusammenhängenden Industriefläche (insgesamt 107 Hektar) im Landkreis Helmstedt. „Das Gelände dürfte insofern für künftige Industrie- und Gewerbeansiedlungen von hohem Interesse sein, da es über eine günstige Anbindung an Schiene und Autobahn (A2) verfügt“, erklärt Neddermeier.

 

Als weiteren Pluspunkt für den Standpunkt nennt Neddermeier eine Vielzahl an geschultem Personal, das in der Region zu finden ist. Die Gemeinde Büddenstedt ist 2004 vom Land Niedersachsen als mittelstandsfreundliche Kommune ausgezeichnet worden.

 

Nach dieser Sprengung folgen ab 2007 Schritt für Schritt der Abriss sämtlicher Gebäude und Anlagen auf dem Offlebener Kraftwerksgelände. BKB rech-net damit, abschließend das gesamte Areal 2011 als Gewerbe- und Industriegebiet zur Verfügung stellen zu können.
 
Zur Geschichte:
Der Standort Offleben besteht seit Baubeginn des Kraftwerks im Jahr 1952. Durch die Schließung der Grenze verlor BKB das Kraftwerk Harbke. 1954 ging das Kraftwerk Offleben ans Netz. 2002 war der Tagebau Helmstedt ausgekohlt. Damit fiel die Betriebsgrundlage des Kraftwerks weg und Offleben wurde geschlossen.

 

 

 

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