Helmstedt, 01.09.2005
BKB sieht im Abfallverbrennungsmarkt weitere Wachstumschancen
Nach Einschätzung von BKB in Helmstedt befindet sich die Entsorgungsbranche gegenwärtig in einem Spannungsfeld. Drei Monate nach Auslaufen der Ausnahmeregelungen zur Umsetzung der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) und der Abfallablagerungsverordnung zeige sich, dass es in einigen Bereichen zu Engpässen bei der Entsorgung komme. Denn seit dem 1. Juni 2005 darf kein Abfall mehr unbehandelt deponiert werden.
Mit Blick auf dieses Datum hatten wir bereits im Jahr 2003 darauf hingewiesen, dass es in Deutschland zu Engpässen kommen würde, betonte BKB-Vorstandsvorsitzender Dr. Henrich Wilckens. Dennoch sei bei BKB keine Umsatz- oder Gewinnexplosion und auch keine Preistreiberei zu erwarten. Wilckens betonte: Unsere Geschäftspolitik lautet, wirtschaftlich darstellbare Investitionen über langfristige Verträge und ein hohes Maß an Auslastung zu sichern. Wer sich umgekehrt aber nicht rechtzeitig um vertraglich festgelegte Kontingente gekümmert habe, könne jetzt nicht den Anlagenbetreibern Vorwürfe machen. Immerhin sei die Übergangsfrist der TASi seit 12 Jahren bekannt gewesen.
Insbesondere im Bereich der Gewerbeabfälle seien seit dem 1. Juni Entsorgungsengpässe zu verzeichnen. Nach heutigem Kenntnisstand müssen wir von 4,2 Millionen Tonnen pro Jahr (Mio. t/a) ausgehen, bezifferte Technikvorstand Dr. Roland Scharf die Größenordnung. Würden die Kapazitäten der Mitverbrennung in Kraftwerken, Zement- und Kalkwerken im Bereich der Ersatzbrennstoffe nicht oder nur teilweise zur Verfügung stehen, ergäbe sich laut Scharf in 2006 eine Kapazitätslücke von insgesamt 7,1 Mio. t/a. Eine gesicherte Entsorgung gebe es aber im Bereich der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger.
Unsere kommunalen Partner haben sich rechtzeitig um gesicherte Entsorgung gekümmert, unterstrich Scharf. Zumeist über europaweite Ausschreibungen habe BKB Verträge über rund 1,7 Mio. t/a. abgeschlossen. Damit seien die Anlagen zu über 70 Prozent ausgelastet. Darüber hinaus hätten diese aber auch die Sicherheit gegeben, Investitionsentscheidungen über rund 440 Mio. Euro im Zeitraum von 2004 bis 2007 treffen zu können.
Bezogen auf die Personalsituation sieht Personalvorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin Veronika Keller-Lauscher in der TASi eine Chance: Diese gesetzliche Grundlage bildet das Fundament für sichere Arbeitsplätze.
Insgesamt will BKB die Position als Marktführer in der Thermischen Behandlung von Abfällen in Deutschland ausbauen und sieht im ausländischen Abfallmarkt noch größere Wachstumschancen.
Die vollständigen Ausführungen als PDF.